Hormonbehandlung bei Kinderwunsch - Therapiemöglichkeiten in unserer Praxis in Bonn
Eine Hormonbehandlung bei unerfülltem Kinderwunsch setzen wir in unserer Praxis in Bonn ein, um eine gestörte Eizellreifung oder eine Störung des Eisprungs auszugleichen. Die individuell abgestimmte Hormontherapie regt die Eizellreifung an und ermöglicht – je nach Therapieform – entweder die Auslösung des Eisprungs oder die Vorbereitung der Eizellen für eine IVF/ICSI-Behandlung (künstliche Befruchtung).
Wann benötige ich eine Hormonbehandlung?
Bei Zyklusauffälligkeiten kann die Hormontherapie zur Verbesserung der Eizellreifung angewandt werden, wenn diese beispielsweise durch ein PCO-Syndrom gestört ist. Daraufhin kann dann durch die hormonelle Gabe des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) der Eisprung ausgelöst, und der optimale Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs bestimmt werden.
Bei mäßig eingeschränkter Spermienqualität, bei der der alleinige Geschlechtsverkehr nicht ausreicht, um eine Befruchtung zu erreichen, bei Verengungen am Gebärmutterhals, oder bei Immunreaktionen gegen Samenzellen, kann eine intrauterine Insemination zu einer Befruchtung führen, indem die Samenzellen recht dicht an die Eizelle herangeführt werden. Auch hier kann zuvor eine hormonelle Stimulation zur optimalen Eizellreifung gegeben und der Eisprung hormonell ausgelöst werden.
Im Rahmen der künstlichen Befruchtung (IVF/ICSI) wird die hormonelle Stimulation dazu eingesetzt, um in den Eierstöcken gleich mehreren Eizellen zur Reifung zu verhelfen.
Wie läuft die Hormonbehandlung ab?
1. Kennenlerngespräch und Anamnese
Vor Beginn der Behandlung nehmen wir uns Zeit für ein erstes Kennenlern-, Anamnese- und Beratungsgespräch in unserer Praxis in Bonn. Wir hören Ihnen zu und klären Sie zu den Behandlungsmöglichkeiten auf.
2. Hormondiagnostik und Spermiogramm
Im Anschluss finden eine ausführliche Hormon-Diagnostik und die Erstellung eines Spermiogramms statt, da auch die Spermienqualität für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein kann.
3. Entwicklung eines individuellen Therapieplans
Daraufhin wird in Anbetracht aller Faktoren ein individueller Therapieplan, eine indiviuelle Hormonbehandlung für Sie entwickelt.
4. Untersuchung im Vorzyklus und Beginn der Stimulation
Nach einer Voruntersuchung im Vorzyklus erfolgt dann unter optimalen Voraussetzungen der Beginn der Stimulation zu Beginn des Folgezyklus am 2. oder 3. Zyklustag.
Die Stimulation erfolgt mittels Tabletten oder Spritzen unkompliziert von zu Hause. Wie die Präparate einzunehmen sind, beziehungsweise wie das Spritzen funktioniert, wird zuvor genau demonstriert und erläutert.
5. Untersuchungen während der Stimulation
Die Behandlung wird durch regelmäßiges Bestimmen der Blutwerte und Ultraschall-Untersuchungen engmaschig überwacht. Hier können dann individuell Anpassungen der jeweiligen Hormontherapien erfolgen, sodass jederzeit die optimale Therapie durchgeführt wird.
6. Hormonelle Auslösung des Eisprungs
Die hormonelle Stimulation erfolgt bei der Unterstützung der Eizellreifung normalerweise über etwa 5 Tage, zur Stimulation im Rahmen der künstlichen Befruchtung etwa über 8-12 Tage. Wenn dann durch Ultraschall und Blutwerte optimal gereifte Eiblässchen festgestellt werden, wird der Eisprung hormonell ausgelöst. Daraufhin wird dann der optimale Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs, die Insemination oder der Zeitpunkt der Eizellenentnahme terminiert.
7. Gabe von Progesteron (nach Bedarf)
Nach erfolgter Therapie wird mithilfe von Progesteron die Gelbkörperphase unterstützt. Dies geschieht individuell nach Bedarf in unterschiedlicher Darreichungsform. Die Umbauprozesse in der Gebärmutterschleimhaut und der Einnistung werden so optimal unterstützt.
Unser Schaubild Kinderwunsch Behandlungsverlauf für IVF/ICSI gibt Ihnen eine Übersicht, wie die Hormonbehandlung in unserer Kinderwunschpraxis abläuft.
Werden die Kosten der Hormonbehandlung von der Krankenkasse übernommen?
Im Rahmen der Therapie zur Feststellung des optimalen Zeitpunkts des Geschlechtsverkehrs werden die Medikamente zur hormonelle Stimulationstherapie, um eine Eizellreifung zu erreichen, zum überwiegenden Teil von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.
Nach entsprechendem Antrag und unter bestimmten Voraussetzungen werden 50 % der Kosten der Medikamente zur Stimulation im Rahmen einer Insemination (bei 8 Zyklen) und einer künstlichen Befruchtung (bei 3 Zyklen) von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Die privaten Krankenkassen regeln die Übernahme der Kosten nach dem „Verursacherprinzip“. Es werden demnach die gesamten Kosten übernommen, wenn der „Verursacher“ privat versichert ist.
Wenn Sie mehr über die Kosten einer Kinderwunschbehandlung erfahren möchten, lesen Sie unseren Blogartikel: Kinderwunsch & Kosten.
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat die Hormonbehandlung?
Wie alle medizinischen Therapien kann auch die Hormonbehandlung bei unerfülltem Kinderwunsch Nebenwirkungen haben.
Neben Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Schweißausbrüchen und Bauchschmerzen, kann es im Rahmen der Stimulation zu einem Überstimulation kommen. Hier produzieren die Eierstöcke sehr viele Eiblässchen, die wieder Hormone ausschütten. Es kann dann zu Übelkeit und Ansammlung von Flüssigkeit mit Schmerzen im Bauchraum kommen.
Durch regelmäßige Kontrollen ist das Risiko einer schweren Überstimulation aber sehr gering. Laut den Zahlen des Deutschen IVF Registers von 2024 haben nur 0,2 Prozent aller Stimulationen durch alle Altersgruppen hinweg unter einer Überstimulation OHSS III gelitten. In konkreten Zahlen ausgedrückt endeten 148 Stimulationen von insgesamt 73.784 IVF/ICSI Protokollen (GnRHa-kurz, GnRHa-lang und ohne Agonisten/Antagonisten) in einer Überstimulation. Die Überstimulation kann also fast immer durch entsprechende Hormongabe komplett vermieden werden.
Wenn eine hormonelle Stimulationstherapie nicht gewünscht wird, oder aufgrund einer Vorerkrankung nicht durchgeführt werden darf, können wir den Zyklus auch durch ein Monitoring mit Ultraschall und Blutentnahmen überwachen und eine Therapie auch ohne hormonelle Unterstützung planen. Voraussetzung ist hier eine nicht gestörte Reifung der Eizelle.
Unser Team steht Ihnen zur Seite.
Häufig gestellte Fragen zur Hormonbehandlung bei Kinderwunsch
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Warum wird vor der Hormonbehandlung ein Anamnesegespräch geführt?
Im Anamnesegespräch werden Zyklusgeschichte, bisherige Untersuchungen, die Menstruation, der Hormonhaushalt sowie mögliche Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch besprochen. Dadurch lässt sich die Therapie individuell planen und gezielt auf Zyklusstörungen oder Probleme beim Eisprung eingehen.
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Welche Rolle spielt die Blutuntersuchung für die Behandlung?
Eine Blutuntersuchung zeigt wichtige Hormonwerte, z. B. für die Eizellreifung, den Gelbkörper oder den Eisprung. Diese Werte helfen zu erkennen, ob eine Zyklusstörung vorliegt und welche Form der Hormonbehandlung sinnvoll ist. Des weiteren wird die Eizellreserve (AMH) getestet, um zu sehen wieviel Eizellen noch vorhanden sind.
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Was passiert bei der Stimulation der Eierstöcke?
Bei der hormonellen Stimulation werden die Eierstöcke angeregt, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Durch die kontrollierte Hormonabgabe kann der Eisprung gezielt ausgelöst werden, um den optimalen Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr, Insemination oder IVF/ICSI zu bestimmen.
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Wie wirken sich Zyklusstörungen auf die Fruchtbarkeit aus?
Eine Zyklusstörung kann die Eizellreifung, den Eisprung oder den Gelbkörper beeinträchtigen. Die Hormontherapie hilft, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen und den Hormonhaushalt zu stabilisieren, damit sich regelmäßig befruchtungsfähige Eizellen entwickeln.
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Warum ist Progesteron nach dem Eisprung wichtig?
Progesteron wird vom Gelbkörper gebildet und stabilisiert die zweite Zyklushälfte. Es unterstützt die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut und fördert die Einnistung des Embryos. Nach einer Hormonbehandlung wird Progesteron häufig zusätzlich gegeben, um die Erfolgschancen zu verbessern.
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Wie wird die Spermienproduktion in die Behandlung einbezogen?
Die Spermienproduktion wird über ein Spermiogramm beurteilt. Wenn Anzahl oder Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt sind, kann trotz optimaler Eizellreifung eine Befruchtung erschwert sein. In solchen Fällen werden Insemination oder IVF/ICSI empfohlen, um die Samenzellen näher an die Eizelle zu bringen bzw. die Samenzelle in die Eizelle zu injizieren (ICSI).
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Wie überwacht kiwup die Reaktion während der Therapie?
Während der Stimulation erfolgen regelmäßige Ultraschalle und Blutkontrollen. Dabei werden die Eibläschen, die Hormonwerte sowie der gesamte Hormonhaushalt überprüft. So lassen sich die Medikamente individuell anpassen und eine Überstimulation der Eierstöcke vermeiden.
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Kann die Hormonbehandlung auch bei normaler Menstruation sinnvoll sein?
Ja. Selbst wenn die Menstruation regelmäßig erscheint, kann die Reifung der Eizellen gestört sein oder der Eisprung nicht stattfinden. Eine gezielte Hormontherapie unterstützt dann die Eizellreifung und verbessert die Chancen auf eine Schwangerschaft.
Wir begleiten Sie bei Ihrem Kinderwunsch
Die Kinderwunschpraxis kiwup steht Ihnen bei Ihrem Kinderwunsch zur Seite. Wir beraten Sie gerne auch persönlich und individuell zu Ihren Fragen zum Thema Hormonstimulation!
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