14 Tage Wasserfasten: Mein Erfahrungsbericht, 11 kg weniger und ein medizinischer Blick auf Kinderwunsch & PCOS
In diesem Erfahrungsbericht über 14 Tage Wasserfasten beschreibe ich meine Motivation, den Ablauf, die Gewichtsveränderung von 101 kg auf 90 kg, die Vorbereitung, die Aufbaukost danach und die medizinische Einordnung durch Dr. med. Julia Ittstein.
Warum ich 14 Tage Wasserfasten begonnen habe
Ich bin mit 101 kg in das Fasten gestartet. Mein Ziel war nicht einfach nur, möglichst schnell Gewicht zu verlieren. Ich wollte einen echten Neustart. Seit dem Jahreswechsel trinke ich keinen Alkohol mehr. Mein Hauptproblem war ohnehin nicht Alkohol, sondern Zucker. Über Jahre hatte ich mir angewöhnt, Stress, Müdigkeit oder innere Unruhe mit etwas Süßem zu überdecken.
Nach dem Lesen des Buches Wasserfasten von Prof. Dr. Peter Schwarz (Wasserfasten_Dumontverlag) habe ich mich am nächsten Tag für das Fasten entschieden. Nicht impulsiv, sondern aus einer ruhigen Klarheit heraus: Jetzt ist der richtige Moment.
Was mich dabei besonders motiviert hat: Trotz moderater bis hoher sportlicher Aktivität nahm ich nicht nennenswert ab. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht einfach mehr Disziplin brauchte, sondern eine echte Stoffwechselveränderung. Gleichzeitig hoffte ich, dass ein konsequentes Fasten mein Verlangen nach schnell verfügbarer Glukose deutlich verringern würde.
Vorbereitung auf 14 Tage Wasserfasten
Die Vorbereitung bestand bei mir weniger in einem klassischen Ausschleichen, wie es auf diversen Internetseiten zum Thema Fasten empfohlen wird, sondern ergab sich eher aus Veränderungen, die ich bereits im Vorfeld umgesetzt hatte.
- Kaffee hatte ich schon etwa drei Monate zuvor abgesetzt.
- Alkohol trinke ich seit dem Jahreswechsel nicht mehr.
- Mein Fleischkonsum ist insgesamt gering, meist maximal einmal pro Woche oder noch seltener.
- Trotz moderater bis hoher sportlicher Aktivität veränderte sich mein Gewicht leider kaum.
Genau das war für mich ein Schlüsselmoment: Mein Problem lag offenbar nicht im Bewegungsmangel, sondern eher in Gewohnheiten, Stoffwechselregulation und Zuckerhunger. Am Tag vor dem Fasten habe ich leicht gegessen und viel getrunken. Zusätzlich halfen mir meine früheren Erfahrungen mit dem Buchinger-Fasten und einige Gespräche bzw. Interviews zum Thema, mich innerlich auf die zwei Wochen einzustellen.
Mein 14-Tage-Wasserfasten: Ablauf und Erfahrungen
Tage 1 bis 3: Die Umstellung
Die ersten Tage waren körperlich deutlich spürbar. Müdigkeit, leichter Kopfdruck, schwankender Kreislauf und unruhiger Schlaf gehörten dazu. Für mich war das kein Alarmzeichen, sondern die erwartbare Umstellungsphase.
In Übersichtsarbeiten zum Fasten wird beschrieben, dass der Körper in den ersten Tagen seine Glykogenspeicher leert, der Insulinspiegel sinkt und der Stoffwechsel zunehmend auf Fettverbrennung und Ketonkörper umstellt. Der Stoffwechsel beim Fasten
Tage 4 bis 7: Weniger Hunger, mehr Ruhe
Ab etwa Tag 4 wurde es deutlich leichter. Das Hungergefühl nahm spürbar ab, mein Kopf wurde klarer und mein Kreislauf stabilisierte sich. Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass mein Körper in einen ruhigeren Modus gewechselt war.
Ein Einlauf an Tag 7 hat mir zusätzlich geholfen, die Darmaktivität vollständig zur Ruhe zu bringen. Danach verschwand auch das letzte Ziehen im Bauch.
Beobachtungsdaten aus therapeutischen Fastenprogrammen zeigen, dass mehrtägiges Fasten mit Verbesserungen bei Gewicht, Bauchumfang, Blutdruck und subjektivem Wohlbefinden verbunden sein kann (PLOS ONE).
Tage 8 bis 10: Mentale Klarheit
Diese Phase war für mich besonders eindrücklich. Essen verlor mental an Bedeutung. Stattdessen spürte ich Ruhe, Konzentration und eine fast ungewohnte innere Ordnung.
In der Fastenforschung wird dieser Zustand häufig mit stabilerer Ketose und zellulären Anpassungsprozessen in Verbindung gebracht. Dazu zählt auch die Autophagie, also ein Prozess, bei dem beschädigte Zellbestandteile abgebaut und recycelt werden (Cell Metabolism).
Tage 11 bis 14: Stabilität
Die zweite Woche war überraschend stabil. Ich fühlte mich ruhig, klar und gleichzeitig belastbar im Alltag. Genau das hatte ich vorher so nicht erwartet.
Am Ende der 14 Tage lag mein Gewicht bei 90 kg. Der Gewichtsverlust war motivierend, aber fast noch wichtiger war für mich das Gefühl, dass mein Verlangen nach Süßem deutlich leiser geworden war.
Was ich während des Fastens konkret gemacht habe
Ich habe das Fasten nicht passiv über mich ergehen lassen, sondern bewusst begleitet.
- Darmreinigung an Tag 1 und 3 mit Glaubersalz, später ein Klistier an Tag 7
- täglich eine kleine Menge Salz im Wasser, um den Kreislauf zu unterstützen
- etwa 10.000 Schritte pro Tag, aber kein harter Sport
- warmes Baden statt Sauna
- regelmäßige Kontrolle der Ketose mit Urinsticks
- bewusst weniger Handy, mehr Ruhe, Lesen und Meditation
Gerade diese Mischung aus Bewegung, Ruhe und Struktur hat mir sehr geholfen. Fasten wird leichter, wenn man nicht ständig gegen den Alltag ankämpfen muss.
Vorteile und Risiken von Wasserfasten
Mögliche Vorteile
- Gewichtsreduktion und häufig ein ruhigeres Verhältnis zu Hunger und Sättigung
- mögliche Verbesserung der Insulinsensitivität und metabolischer Parameter
- subjektiv oft mehr Klarheit, Fokus und innere Ruhe
- mögliche Verbesserungen bei Blutdruck und Stoffwechselwerten
Beobachtungs- und Übersichtsarbeiten zum therapeutischen Fasten beschreiben genau solche Effekte, vor allem im Bereich Gewicht, Blutdruck und Stoffwechsel (PLOS ONE; PubMed).
Mögliche Risiken
- Kreislaufschwankungen
- Elektrolytverschiebungen
- Schwäche, Schwindel oder Kopfschmerzen
- Überforderung durch falsche Selbsteinschätzung
- Probleme bei zu schnellem Wiedereinstieg ins Essen
Nicht geeignet ist längeres Fasten unter anderem bei Untergewicht, Essstörungen, Schwangerschaft, Stillzeit und bestimmten Herz-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen. Wer Medikamente einnimmt oder Vorerkrankungen hat, sollte so etwas nicht ohne ärztliche Rücksprache machen.
Sicherheit und medizinische Begleitung
Aufbaukost nach 14 Tagen Wasserfasten
Für mich war der Kostaufbau nach dem Fasten fast genauso wichtig wie das Fasten selbst. Nach zwei Wochen ohne feste Nahrung sollte der Wiedereinstieg langsam und bewusst erfolgen.
Tag 1: Frischer Saft statt fester Kost
Am ersten Tag habe ich einen selbstgepressten Saft zubereitet.
- 3 Möhren
- 1 Gurke
- 1 Birne oder 1 Apfel
- 50 Prozent stilles Wasser
Insgesamt waren das etwa 700 ml Saft. Ich habe mir bewusst viel Zeit genommen, ihn langsam zu trinken. Genau dieses langsame Trinken war für mich ein wichtiger Teil des Übergangs. Später kam noch leichte Gemüsebrühe dazu.
Tag 2: Mehr Menge, mehr Gemüse
Am zweiten Tag habe ich die Zutaten erweitert:
- Pak Choi
- Chinakohl
- Sellerie
- Möhren
- Gurke
- etwas Obst
Die Menge lag bei etwa 1,0 Liter Saft. Auch an diesem Tag habe ich den Saft langsam und bewusst getrunken. Interessant war, dass mein Gewicht an Tag 2 noch einmal um 1 kg zurückging, obwohl ich bereits wieder Kalorien zuführte.
Tage 3 bis 5: Sanfter Übergang
Danach folgten leichte Mahlzeiten wie Haferbrei, gedünstetes Gemüse, leichte Suppen und kleine Portionen Obst.
Ab Tag 6: Vollwertig und bewusst
Erst ab etwa Tag 6 fühlte sich Essen wieder wirklich normal an. Wichtig war mir dabei:
- keine stark verarbeiteten Lebensmittel
- kein Zucker
- wenig Salz
- eher pflanzenbetonte Ernährung
- kleine Portionen
Mein Sättigungsgefühl war in dieser Zeit deutlich feiner als vor dem Fasten.
Wasserfasten bei Kinderwunsch und PCOS
Abschnitt verfasst von Dr. med. Julia Ittstein
Fasten ist kein Ersatz für eine medizinische Kinderwunschbehandlung. Dennoch kann ein strukturierter, ärztlich begleiteter Fastenansatz den Stoffwechsel beeinflussen und damit in bestimmten Situationen indirekt auch für den Kinderwunsch relevant sein.
Besonders wichtig ist dieser Zusammenhang bei Insulinresistenz, Übergewicht und PCOS. Gerade bei PCOS spielt der Stoffwechsel häufig eine zentrale Rolle.
Was die Studienlage nahelegt
Die direkte Evidenz speziell zu 14 Tagen Wasserfasten im Kinderwunsch ist begrenzt. Gut belegt ist jedoch, dass Fasten und fastenähnliche Ernährungsphasen metabolische Marker beeinflussen können, darunter:
- Insulinsensitivität
- Blutzuckerregulation
- Gewicht
- Entzündungsmarker
Solche Zusammenhänge werden in Übersichtsarbeiten zum Fasten und Stoffwechsel beschrieben (PubMed; Cell Metabolism). Eine große Beobachtungsstudie zum therapeutischen Fasten zeigte zudem Verbesserungen bei Gewicht, Bauchumfang und Blutdruck (PLOS ONE).
Für den Kinderwunsch bedeutet das: Fasten kann im Einzelfall als metabolische Vorbereitung interessant sein, ersetzt aber weder Diagnostik noch Therapie. Gerade bei PCOS ist die individuelle Einordnung entscheidend.
Wann Vorsicht geboten ist
- bei niedrigem BMI
- bei Zyklusstörungen unklarer Ursache
- bei Schilddrüsenerkrankungen
- während einer laufenden Stimulation
- während IVF– oder ICSI-Behandlungen
Mein ärztliches Fazit lautet daher: Fasten kann in ausgewählten Fällen eine metabolische Vorbereitung unterstützen, sollte im Kinderwunschkontext aber immer individuell, kontrolliert und medizinisch begleitet beurteilt werden.
Nützliche Links und weiterführende Informationen
Wer sich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte, sollte nicht nur Erfahrungsberichte lesen, sondern auch medizinische Quellen und Forschungsübersichten.
- TrueNorth Health Center – Informationen zu medizinisch begleitetem Wasserfasten und klinischem Hintergrund.
- PubMed: Effects of Intermittent Fasting on Health, Aging, and Disease – Übersichtsarbeit zu gesundheitlichen Effekten des Fastens.
- Interview The Diary of a CEO – Die Verbindung zwischen Krebs und Fasten, die sie verbergen
- Interview The Diary of a CEO – FASTEST Way To BURN Dangerous Fat
FAQ zum 14-tägigen Wasserfasten
Ist 14 Tage Wasserfasten gesund?
Das hängt stark von der Ausgangssituation ab. Für gesunde Menschen kann es unter den richtigen Bedingungen machbar sein, aber es ist kein harmloser Selbstversuch. Bei Vorerkrankungen oder Medikamenten sollte es vorher ärztlich abgeklärt werden.
Wie viel Gewicht kann man bei 14 Tagen Wasserfasten verlieren?
Das ist individuell unterschiedlich. Bei mir lag die Veränderung bei 101 kg auf 90 kg. Ein Teil davon ist aber nicht nur Fett, sondern auch Wasser, Glykogen und Darminhalt.
Wann wird der Hunger beim Wasserfasten weniger?
Viele erleben die ersten zwei bis vier Tage als am schwierigsten. Danach wird das Hungergefühl oft deutlich schwächer, wenn sich der Stoffwechsel stärker auf Fettverbrennung und Ketonkörper eingestellt hat.
Darf man beim Wasserfasten Sport machen?
Leichte Bewegung ist oft sinnvoll, zum Beispiel Spaziergänge. Intensive Trainingseinheiten können dagegen zu viel sein, besonders wenn der Kreislauf ohnehin belastet ist.
Wie beendet man 14 Tage Wasserfasten richtig?
Langsam. Der Wiedereinstieg sollte zuerst mit Flüssigem oder sehr leichter Kost erfolgen. Wer zu schnell wieder normal isst, riskiert Beschwerden und Heißhunger.
Kann Wasserfasten gegen Zuckerhunger helfen?
Bei mir war genau das einer der stärksten Effekte. Mein Verlangen nach Süßem wurde deutlich leiser. Das heißt nicht, dass alle Essmuster automatisch verschwinden, aber Fasten kann helfen, Gewohnheiten bewusster wahrzunehmen.
Ist Wasserfasten bei Kinderwunsch oder PCOS sinnvoll?
Es kann im Einzelfall metabolisch relevant sein, ist aber keine Standardempfehlung und kein Ersatz für Diagnostik oder Behandlung. Besonders bei Kinderwunsch sollte das individuell ärztlich eingeordnet werden.
Wer sollte kein längeres Wasserfasten machen?
Unter anderem Schwangere, Stillende, Menschen mit Untergewicht, Essstörungen oder bestimmten chronischen Erkrankungen sollten nicht ohne medizinische Begleitung fasten.
Fazit: Würde ich 14 Tage Wasserfasten wieder machen?
Ja – aber mit Respekt.
Für mich war das Fasten mehr als nur Verzicht. Es war ein Reset meines Essverhaltens, meines Stoffwechsels und meines Umgangs mit Hunger. Ich esse seitdem bewusster und ruhiger.
Besonders beruhigend ist für mich die Erkenntnis, dass man problemlos auch einmal eine Mahlzeit oder sogar zwei auslassen kann, ohne dass sofort etwas Schlimmes passiert. Diese Erfahrung gibt Freiheit: schlechtes oder unpassendes Essen nicht aus Reflex zu essen, sondern es wegzulassen und später etwas Besseres für sich selbst zuzubereiten.
Genau das war für mich einer der größten Gewinne dieser 14 Tage Wasserfasten.
Quellen & Studien
- Mattson MP, Longo VD, Harvie M. Effects of Intermittent Fasting on Health, Aging, and Disease. Link zur Studie
- Longo VD, Mattson MP. Fasting: Molecular Mechanisms and Clinical Applications. Link zur Studie
- Wilhelmi de Toledo F et al. Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects. World’s largest fasting study
- TrueNorth Health Center – Hintergrundinformationen zum medizinisch begleiteten Wasserfasten. Klinische Studien zum Fasten
Hinweis: Die direkte Studienlage zu 14 Tagen Wasserfasten im Kinderwunsch ist begrenzt. Der entsprechende Abschnitt wurde daher bewusst vorsichtig und medizinisch zurückhaltend formuliert.
Reproduktionsmedizin
in Bonn. –
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